Bedeutung der Musik

Die Musik hat in der Roda der Capoeira eine in ihrer Entstehungsgeschichte begründete existentielle Bedeutung.

Bei uns setzt sie sich zusammen aus dem Spiel der drei Berimbaus Gunga, Médio und Viola, einer Atabaque, zweier Pandeiros und eines Agogôs. Alle anderen Capoeiristas beteiligen sich durch rhythmisches Händeklatschen.

Der Berimbau Gunga hat tonangebende Funktion in der Roda und wird in der Regel vom Leiter der Roda - dem Meister oder Lehrer - gespielt. Die Gunga bestimmt den Rhythmus, z.B. São Bento Grande, Angola, Benguela oder Iúna. Die Médio spielt den Gegenrhythmus, der Viola Variationen. Es gibt zahlreiche Rhythmen "toques" - in der Capoeira, die oben genannten sind die z.Zt. gängigsten. Der Rhythmus wiederum bestimmt die "Spielart" der zwei Spieler in der Mitte des Kreises.

Das Spiel der Instrumente wird durch Gesang ergänzt.
Ein Vorsänger stimmt Lieder an, der Kreis antwortet in Form von Refrains.
Der Inhalt der Lieder kann sehr unterschiedlich sein; meist werden die allgemeine oder persönliche Geschichte der Capoeira besungen, Geschichten des Lebens erzählt oder Schutz erbeten. Manche Lieder sind Aufforderungen zum Kämpfen oder zum ruhigen Spiel, denn der Text steht in Verbindung mit dem Geschehen in der Roda - kommentiert und lenkt das Spiel in der Roda. Es existieren zahlreiche traditionelle Lieder und täglich entstehen neue.

Weitere musikalische Elemente, die indirekt zur Capoeira gehören, sind: Die Musik des Maculelê (Tanz mit Macheten), des Samba de Roda und der Puxada de Rede (Tanz der Fischer beim Einholen des Netzes).

Die Musik wird in separaten Musiktrainings vermittelt, die sich in den normalen Trainingsalltag einfügen.